Sigma 150mm Makro blendet im Nahbereich auf f5,6 ab

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Moderator: donholg

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Kommissar
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Sigma 150mm Makro blendet im Nahbereich auf f5,6 ab

Beitrag von Kommissar »

Hallo,

ich habe hier im Forum ein 1 Jahr altes Sigma 150mm Makro f2,8 erworben.

Das Objektiv funktioniert zwar und der Fokus sitzt präzise, allerdings bietet es nur bei Entfernungen ab ca. 5 Metern die Offenblende f2,8. Je näher man fokussiert, desto mehr blendet das Objektiv ab, ab Entfernungen unter 50cm beschränkt sich die maximale Blendenöffnung dann auf f5,6. Bei einem Meter Entfernung hat man beispielsweise maximal f4.

Kennt jemand dieses Phänomen? Der Verkäufer behauptet, das sei bei diesem Objektiv normal, das kann ich mir aber nicht vorstellen.
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donholg
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Beitrag von donholg »

Alles klar Herr Kommissar. :bgrin:
Ist bei den Nikon Makros auch so. :idea:
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warrantypictures
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Beitrag von warrantypictures »

Dieser Fall ist klar lieber Herr Kommiassar, auch wenn sie anderer Meinung sind :bgrin:
Also das Sigma 105mm und Tamron90mm verändern ja je nach Abbildungsmaßstab auch die Länge des Tubus -> es kann weniger Licht durch das Objektiv an den Sensor gelangen -> es wird abgeblendet.
Warum das innenfokussierende Objektive wie das Nikkor 105/2.8VR oder eben das Sigma 150/2.8 das auch machen sollen weiß ich nicht, höchstens aus rein praktischen Gründen, da Blende 2,8 bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 eigtl. unbrauchbar ist (lasse mich aber auch gerne eines Besseren belehren).
Auf jeden Fall ist nichts kaputt an deinem Objektiv, das ist normal.
Gruß Dominik

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Oli K.
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Beitrag von Oli K. »

Jepp, alles normal... mein 200/4 hat nahe 1:1 auch mindestens f4,5. :idea:
Grüße, Oli

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Sigma 150mm an der Naheinstellgrenze

Beitrag von Kommissar »

So, ich konnte das ganze soeben mit Sigma klären und habe dort erfahren, dass das wirklich ganz normal ist. f2,8 steht im Nahbereich nicht zur Verfügung, bei Nikon wird das angezeigt, bei Canon nicht. Ich hatte nämlich mal das f3,5 / 180mm Sigma an einer Canon und dort wurde auch an der Naheinstellgrenze die Offenblende f3,5 angezeigt, obwohl diese dann gar nicht zur Verfügung stand. Davor in den Anfängen meiner DSLR-Fotografie hatte ich das f2,8 105mm Makro an einer Sigma SD10, und auch dort wurde mir die f2,8 an der Naheinstellgrenze angeblich zur Verfügung gestellt.

Laut Sigma-Hotline taucht diese Frage aber von Nikon-Fotografen regelmäßig auf. Vielleicht würde sich das erledigen, wenn man das Objektiv
Sigma f2,8 ~ f5,6 / 150mm Makro DG HSM
bezeichnen würde...

Mir ist das jedenfalls neu. Auch in der letzten Zeitschrift Naturfoto wurde beispielsweise das neue Tamron f2,0 / 60mm getestet und Fotos im Nahbereich mit der Blendenangabe f2,0 veröffentlicht.
Andreas H
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Re: Sigma 150mm an der Naheinstellgrenze

Beitrag von Andreas H »

Kommissar hat geschrieben:Laut Sigma-Hotline taucht diese Frage aber von Nikon-Fotografen regelmäßig auf. Vielleicht würde sich das erledigen, wenn man das Objektiv
Sigma f2,8 ~ f5,6 / 150mm Makro DG HSM
bezeichnen würde...
Das wäre aber falsch.

Schuld an dieser Verwirrung ist Nikon. Die Blende, jedenfalls die auf unseren Objektiven eingravierte F-Blende, ist definiert als das Verhältnis von Eintrittspupille zu Brennweite. Dieses Verhältnis bleibt beim Sigma - nehme ich jetzt mal an - bei 2,8.

Im Nahbereich entsteht durch die Auszugsverlängerung ein Verlängerungsfaktor, der aber mit der Blende streng genommen genau so wenig zu tun hat wie der Verlängerungsfaktor eines Graufilters. Aus mir unerfindlichen Gründen rechnet Nikon nun den Verlängerungsfaktor zur Blende dazu und zeigt an der Kamera diesen Wert an.

Dieser Wert ist dann nützlich, wenn man die Belichtung unbedingt selbst ausrechnen will (beispielsweise wenn man nicht automatische Blitzgeräte im Nahbereich verwenden und/oder mit einem Handbelichtungsmesser arbeiten will). Der reine Blendenwert (den Nikon uns jetzt unterschlägt) wäre interessant wenn man sich für die förderliche Blende (im Zusammenhang mit der Beugungsunschärfe) interessiert.
Es gibt hier also kein richtig oder falsch. Falsch ist eigentlich nur daß Nikon den Summenwert als Blendenwert ausgibt ohne eine kleine Erklärung dazu.
Kommissar hat geschrieben:Auch in der letzten Zeitschrift Naturfoto wurde beispielsweise das neue Tamron f2,0 / 60mm getestet und Fotos im Nahbereich mit der Blendenangabe f2,0 veröffentlicht.
Und das ist doch völlig korrekt. Wie sonst soll denn jemand, dessen Kamerahersteller diese Umrechnerei nicht macht, wissen welche Blende gemeint ist?

Grüße
Andreas
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Beitrag von mague »

warrantypictures hat geschrieben:Warum das innenfokussierende Objektive wie das Nikkor 105/2.8VR oder eben das Sigma 150/2.8 das auch machen sollen weiß ich nicht, höchstens aus rein praktischen Gründen, da Blende 2,8 bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 eigtl. unbrauchbar ist (lasse mich aber auch gerne eines Besseren belehren).
Völlig egal ob innenfokussierend oder nicht, im Nahbereich verändert sich der Auszug des Objektivs.

Fakt ist jedenfalls daß dieses Verhalten bei Nikon völlig normal ist.
mfg
Martin

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Andreas H
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Beitrag von Andreas H »

mague hat geschrieben:
warrantypictures hat geschrieben:Warum das innenfokussierende Objektive wie das Nikkor 105/2.8VR oder eben das Sigma 150/2.8 das auch machen sollen weiß ich nicht, höchstens aus rein praktischen Gründen, da Blende 2,8 bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 eigtl. unbrauchbar ist (lasse mich aber auch gerne eines Besseren belehren).
Völlig egal ob innenfokussierend oder nicht, im Nahbereich verändert sich der Auszug des Objektivs.
So selbstverständlich ist das aber nicht. Eine Innenfokussierung kann über eine Verkürzung der Brennweite bei konstantem Auszug arbeiten, oder sie kann quasi eine Auszugsverlängerung eines Teils des Objektivs bewirken, oder einen Mix aus beidem.

Grüße
Andreas
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